Teilnahmerichtlinien für blinde oder sehbehinderte Teilnehmer*innen
(Diese Teilnahmerichtlinien sind vorerst nur experimentell und nur für den Junior-Regionalwettbewerb Kärnten/Steiermark; nach der ersten praktischen Anwendung werden gegebenenfalls Anpassungen erfolgen.)
Die folgenden Richtlinien gelten für alle Personen, die mit Laptop und Braille-Zeile, Sprachausgabe oder ähnlichen Hilfsmitteln arbeiten:
- Bei Teilnahme von blinden oder sehbehinderten Teilnehmer*innen ist das jeweilige Aufgabenkomitee rechtzeitig über die geplante Teilnahme zu informieren, sodass die Angaben in passender Form bereitgestellt werden können.
- Der Laptop muss so vorbereitet werden, dass kein Internetzugang und keine Kommunikation mit anderen Personen möglich ist, und dass auf keine schriftlichen Unterlagen zugegriffen werden kann. Falls es von Seiten der Schule zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gibt, die beispielsweise bei Schularbeiten der Person üblicherweise eingesetzt werden (Protokollierung von Dateizugriffen, Einschränkung von Bluetooth, Bildschirmaufzeichnung, ...), sollten diese nach Möglichkeit zusätzlich zum Einsatz kommen.
- Ausnahme: Die Formelsammlung (falls für den entsprechenden Bewerb die Verwendung einer solchen vorgesehen ist) wird im Vorfeld in einem passenden Dateiformat auf dem Laptop der Person zur Verfügung gestellt.
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Zum Einsatz dürfen ausschließlich folgende Programme kommen:
- Programme zum Lesen der Text- und PDF-Dateien mit den Angaben bzw. der Formelsammlung.
- Einfache Textverarbeitungsprogramme zum Schreiben der Lösungen. Falls Auto-Complete-Optionen hinterlegt sind, dürfen diese keinesfalls Formelbestandteile oder ähnliche Hilfsmittel enthalten. Ebenso sind Rechtschreib- und Grammatikprüfung auszuschalten.
- Programme zum Herstellen der Verbindung zu Braille-Zeile, Sprachausgabe, und anderen notwendigen externen Geräten.
- Falls Sprachausgabe verwendet wird, sind Kopfhörer einzusetzen, sodass andere Teilnehmer*innen nicht am Arbeiten gestört werden. Spracheingabe ist keinesfalls zulässig.
- Bei der Verwendung von Kopfhörern ist von der Aufsicht besonders genau sicherzustellen, dass Internetzugang und andere Kommunikationsmöglichkeiten deaktiviert sind. Sollte dies technisch nicht möglich sein, so ist die Verwendung von Kopfhörern nur erlaubt, solange eine Aufsichtsperson daneben sitzt und zusieht. In diesem Fall ist sicherzustellen, dass zu Beginn des Wettbewerbs eine Aufsichtsperson für mindestens 10 Minuten durchgehend dafür zur Verfügung steht.
- Die Person kann ihre Ausarbeitungen wahlweise auf Papier oder auf dem Laptop schreiben. Auch eine Kombination ist zulässig.
- Die Person hat den Bildschirm während des Wettbewerbs eingeschaltet zu lassen. Das gerade zum Arbeiten aktive Fenster muss für Aufsichtspersonen jederzeit sichtbar sein.
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Die Angaben werden auf einem USB-Stick zur Verfügung gestellt, und zwar
sowohl als PDF (eine gemeinsame Datei) als auch im LaTeX-Format (pro
Aufgabe eine Datei). Der Person wird empfohlen, sich im Vorfeld mit der
Formelsyntax in LaTeX vertraut zu machen.
Falls die Angabe eine Skizze enthält, legt das Aufgabenkomitee des jeweiligen Wettbewerbs fest, auf welchem Weg diese zur Verfügung gestellt werden kann. -
Sollte die Person Verständnisschwierigkeiten beim Lesen der
LaTeX-Angaben haben, so kann das Fragenbeantwortungsteam (siehe nächster
Punkt) die Angaben bei Bedarf in reinen Text umschreiben, oder Befehle
erklären.
Beispiel:
Angabe: Man zeige $\frac {a+b} 2 \ge \sqrt{ab}$ für alle $a, b \in \R$.
Hier können entweder einzelne Befehle erklärt werden: „$\sqrt{x}$ bedeutet ’Wurzel aus x‘“.
Oder es kann die ganze Angabe (basierend auf der gedruckten Fassung, die das Fragenbeantwortungsteam zur Verfügung hat und folglich nicht selbst LaTeX können muss) umgeschrieben werden:
„Man zeige (a+b)/2 >= Wurzel(ab) für alle a, b in den reellen Zahlen.“ - Fragen zu den Angaben stellt die Person, indem sie diese am Laptop eintippt (oder wahlweise normal auf Papier stellt). Eine Aufsichtsperson wird die Frage vom Bildschirm abfotografieren, mit dem Fragenbeantwortungsteam besprechen, und die Antwort danach am Laptop eintippen.
- Für die Ausarbeitungen soll die Person auf dem USB-Stick separate Ordner für jede Aufgabe, beschriftet mit der Aufgabennummer, anlegen, also zum Beispiel "1", "2", "3" und "4" (wenn der Bewerb vier Aufgaben hat). Alle Ausarbeitungen und Zwischenschritte zu einer Aufgabe sind im jeweiligen Ordner zu speichern. Zulässige Dateiformate sind .txt, .docx oder .pdf. Die Jury kann bei vorheriger Abklärung weitere Dateiformate zulassen.
- Nach Ende der Arbeitszeit speichert die Person alle Ausarbeitungen auf den USB-Stick und gibt diesen ab. Die Jury trägt beim Absammeln dafür Sorge, dass der USB-Stick mit dem Namen der Person beschriftet ist, insbesondere falls mehr als eine Person auf diese Art an dem Wettbewerb teilnimmt.