MEMO 2026
Ein rundes Jubiläum gab es heuer bei der Mitteleuropäischen Mathematik-Olympiade zu feiern: Bereits zum 20. Mal fand die Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MEMO) statt. Austragungsort des Jubiläumswettbewerbs war von 23. bis 29. August 2026 Celje in Slowenien.
60 Schülerinnen und Schüler aus den zehn teilnehmenden Ländern Österreich, Deutschland, Kroatien, Litauen, Polen, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn stellten sich eine Woche lang mathematischen Herausforderungen – und hatten daneben reichlich Gelegenheit, einander und das Gastgeberland kennenzulernen.
Österreich war diesmal mit Gregor Bauer, Gabriel Geier, Martin Huber, Nicolai Radoczky, Theodore Servatius und Ilyasgizhduani Yegeubayev vertreten. Begleitet wurde die Mannschaft von Birgit Vera Schmidt als Leader und Michael Reitmeir als Deputy Leader. Ebenfalls in Celje mit dabei war Theresia Eisenkölbl, die das slowenische Koordinationsteam unterstützte.
Bereits vor der Abreise nach Slowenien bereitete sich das österreichische Team bei einem dreitägigen Training in Leibnitz intensiv auf die MEMO vor. Betreut wurde das Vorbereitungstraining von Michael Hollnbuchner, Gerhard Kirchner und Reinhard Razen.
Nach der Eröffnungsfeier am Montag begann am Dienstag der mathematische Ernst des Lebens: Im fünfstündigen Einzelwettbewerb warteten vier Aufgaben aus Algebra, Kombinatorik, Geometrie und Zahlentheorie. Tags darauf folgte eine Besonderheit der MEMO, die sie von vielen anderen internationalen Mathematikwettbewerben unterscheidet: Beim ebenfalls fünfstündigen Teamwettbewerb bearbeiteten die sechs Mitglieder jedes Teams gemeinsam acht Aufgaben.
Für das österreichische Team verlief vor allem der Einzelwettbewerb ausgesprochen erfreulich. Gabriel Geier und Theodore Servatius erreichten jeweils 26 von 32 möglichen Punkten und wurden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Beide lösten die Algebra-, Geometrie- und Zahlentheorieaufgabe vollständig und holten zwei weitere Punkte in Kombinatorik.
Ilyasgizhduani Yegeubayev folgte unmittelbar dahinter mit 25 Punkten und einer Bronzemedaille. Gregor Bauer erreichte 11 Punkte und erhielt dank einer vollständig gelösten Zahlentheorieaufgabe eine Honourable Mention. Martin Huber und Nicolai Radoczky kamen jeweils auf fünf Punkte. Damit durfte sich Österreich über zwei Silbermedaillen, eine Bronzemedaille und eine Honourable Mention freuen.
Bemerkenswert war auch die Spitze des Einzelwettbewerbs: Gleich fünf Jugendliche lösten alle vier Aufgaben vollständig und erreichten die Maximalzahl von 32 Punkten; ein weiterer Teilnehmer kam auf 31 Punkte. Eine ungewöhnliche Besonderheit gab es auch bei den Silbermedaillen: Alle 13 Silbermedaillen gingen ex aequo an Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit exakt 26 Punkten. Insgesamt wurden sechs Gold-, 13 Silber- und 13 Bronzemedaillen vergeben.
Am nächsten Tag war Zusammenarbeit gefragt. Im Teamwettbewerb sammelte Österreich 40 von 64 möglichen Punkten und belegte damit Platz 8. Vier der acht Aufgaben konnten vollständig gelöst werden; bei zwei weiteren gelangen Teilpunkte. Dabei lagen die Teams hinter der Spitze ausgesprochen eng beisammen: Die Plätze 4 bis 9 erreichten zwischen 38 und 48 Punkte, sodass schon wenige Punkte einen deutlichen Unterschied in der Platzierung ausmachten. Den Teamwettbewerb gewann Tschechien mit 57 Punkten vor Polen und Deutschland mit jeweils 51 Punkten.
Die MEMO besteht aber traditionell aus weit mehr als den zehn Stunden Wettbewerb. Schon am Tag vor dem Einzelwettbewerb führte ein Ausflug die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Burg Celje. Nach den Wettbewerben standen Sport- und Freizeitangebote sowie ein Besuch des Regionalmuseums auf dem Programm. Besonders ungewöhnlich war die Exkursion ins Slowenische Kohlebergbaumuseum in Velenje: Ausgerüstet mit Bergmannsjacken und Helmen ging es 160 Meter unter die Erde. Am Donnerstag konnten die Jugendlichen außerdem aus verschiedenen Workshops wählen – von Robotik und Filmtechnik bis hin zu Keramik und Kosmetik.
Den Abschluss bildete die Siegerehrung am 28. August; am folgenden Tag ging es wieder nach Hause. Was von einer MEMO bleibt, lässt sich allerdings nur zum Teil in Punkten und Medaillen ausdrücken. Gerade die Mischung aus anspruchsvoller Mathematik, dem ungewöhnlichen gemeinsamen Teamwettbewerb und einer Woche mit Jugendlichen aus zehn Ländern macht den besonderen Charakter dieses Wettbewerbs aus. Die Jubiläumsausgabe in Celje bot dafür einen passenden Rahmen.
Ein herzlicher Dank gilt dem slowenischen Organisationsteam rund um die Society of Mathematicians, Physicists and Astronomers of Slovenia (DMFA Slovenia) sowie allen, die die österreichische Teilnahme vorbereitet und begleitet haben.
2027 wird Österreich das Gastgeberland der 21. MEMO sein, die vom 23. bis 29. August in Hagenberg stattfinden wird.
Markus Dorn, 6. Oktober 2026 20:53